Frost/Nixon

Frost/Nixon

Wertung:
Kinostart: 2008

Nach Bekanntwerden der Watergate-Affäre tritt Richard Nixon 1974 als erster US-Präsident von seinem Amt zurück. Der Rücktritt erregt weltweit enormes Aufsehen. Auch David Frost, ein britischer TV-Moderator, bleibt dies nicht verborgen. Die Rücktrittsrede von Richard Nixon sorgt für eine so gigantische Einschaltquote, dass Frost das Interesse nutzen und ihn zu einem Interview überreden will.

Frost (Michael Sheen) kämpft dabei mit Zweifeln der amerikanischen Fernsehanstalten, die sein Interview weder mitfinanzieren noch kaufen möchten. Frost gilt als zu unerfahren und unbekannt. Da er aber von seiner Idee überzeugt ist, beschließt er die Finanzierung in die eigenen Hände zu nehmen.

Er kann Geld auftreiben und macht dem ehemaligen Präsidenten ein lukratives Angebot. Nixon (Frank Langella) ist ein brillanter Redner und Rhetoriker, deshalb sieht er in Frost keinen Interviewpartner der ihm mit unangenehmen Fragen in Bedrangnis bringen könnte. Zudem erhofft er sich durch das Interview beim amerikanischen Volk rehabilitieren und neues Vertaruen holen zu können.

Bei seinem Vorhaben wird Frost von seinem Freund und Produzenten John Birt (Matthew Macfadyen) die beiden Reporter Bob Zelnick und James Reston als Rechercheure unterstützt. Besonders James Reston (Sam Rockwell) hegt einen großen Hass gegenüber Nixon und erhofft sich durch das Interview ein Schuldeingeständnis Nixons am Vietnam-Einsatz und dem Betrug an der Bevölkerung.

Weil Frost während der Interviews mehr damit beschäftigt ist sich um Sponsoren zu bemühen und auf Party zu feiern gehen die ersten drei von vier vertraglich vereinbarten Interviews daneben und der Präsident redet ihn gekonnt an die Wand. Es gelingt Nixon mehr und mehr sich in einem guten Licht darzustellen, im Team um Frost dagegen beginnt es unruhig zu werden. Zelnick (Oliver Platt) und Reston sehen die Interviews gefährdet, da Frost nicht an Nixon herankommt.

Vier Tage vor dem letzten Dreh bekommt Frost einen Anruf von Nixon. Dabei redet dieser sich angetrunken in Rage, spricht von einem Kampf und dass er diesen auf jeden Fall gewinnen will. Ersagt, dass beide aus kleinen Verhältnissen stammen und nur einer es schaffen wird sich wieder nach oben zu arbeiten. Dieses Telefonat legt bei Frost den Schalter um, er setzt nur alles daran den Ex-Präsidenten am letzten Tag aus der Reserve zu locken.

Dazu gibt er dem eifrigen James Reston grünes Licht im Staatsarchiv zu forschen. Dies hatte er ihm aus Selbstsicherheit zuvor verwehrt. Doch es soll sich auszahlen. Reston findet brisantes Material mit dem es Frost schließlich gelingt Nixon aus der Spur zu bringen. Nixon gesteht dabei ein illegale Dinge getan und gebilligt zu haben. Er gesteht dem nun sehr präsenten Frost an Vertuschungen beteiligt und sich über das Gesetzt gestellt zu haben. Damit setzt er selbst sich das politische Todesurteil.

Fazit

Der Film geht ein brisantes Thema an über das zwar viele gehört, aber nur wenige Bescheid wissen die es damals nicht miterlebt haben. Es zeichnet interessante Bilder wowohl von David Frost als auch von Richard Nixon. Besonders beeindruckend tritt Frank Langella als ehemaliger Präsident auf. Frost bleibt dagegen deutlich blasser, kann weniger als guter investigativer Reporter oder Talkmaster punkten und vielmehr durch die von Reston gefundenen Dokumente.

Die Spannungskurve ist nicht allzu steil. Zu schnell bemerkt der Zuschauer (genau wie Nixon), dass Frosts Interesse eher auf Quoten zielt als auf ein Skandal-Interview. Sofort ist absehbar wer das Ruder in der Hand zu halten scheint. Erst bei ihrem vierten Termin kommt es zu einem Paukenschlag. Trotz der geringen Spannung ist der Film durchgehend unterhaltsam und beleuchtet eines der politisch dunkelsten Kapitel der USA.

Kommentare
1
Claas

Ich fand den Film super, mir hat das Duell der beiden gefallen.


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